Agadir Id Aissa
In einem der vorherigen Beiträge hatten wir schon mal kurz erwähnt, dass Agadir zwar eine Stadt in Marokko ist, aber das Wort eigentlich „befestigter Ort“ oder „Festung“ bedeutet. Historisch diente ein Agadir als Speicherfestung – ein gut gesichertes Lager für lebenswichtige Güter: Getreide, Olivenöl, Salz, Gewürze und manchmal auch Waffen. Im Falle eines Angriffs konnten die Anwohner sich selber und ihr Vieh ebenfalls in Sicherheit bringen. Der Agadir Id Aissa ist eine solche Speicherfestung und zwar eine sehr imposante. Er ist um die 800 Jahre alt, wurde aber 2007 restauriert und kann heute besichtigt werden. Zu Fuße des Agadirs liegt der Ort Amtoudi, die Straße dorthin ist eine Sackgasse. Es gibt einen Campingplatz, der vermutlich ausschließlich von den Touristen genutzt wird, die sich den Agadir anschauen wollen, bzw. in der naheliegenden Schlucht wandern wollen.

Der Ort liegt im westlichen Anti Atlasgebirge. Dieses google Maps Bild zeigt schon die beeindruckende Formation und Farben.
Aussicht vom Campingplatz
Der Platz selber ist nichts besonderes und leider nicht sonderlich gepflegt, aber die Aussicht macht das wett.
[ngg src=“galleries“ ids=“50″ display=“imagebrowser“]Die Schlucht von Amtoudi
Eigentlich wollen wir am ersten Tag erst die Festung besteigen, doch am Morgen liegt das ganze Tal im Nebel. Wir sind uns nicht sicher, ob und wann sich der Nebel auflösen wird, daher beschließen wir zuerst die Schlucht zu durchwandern. Wir gehen zunächst durch den Ort, am Ende werden die Felswände enger und es gibt keine Häuser mehr. Wir folgen dem Flusslauf und sind mal wieder total begeistert von den steilen Wänden, die rechts und links nahezu senkrecht aufsteigen. Es geht über „Stock und Stein“ bis wir an einer Engstelle ankommen. Hier staut sich das Wasser und bildet kleine Tümpel. In diesen Tümpeln lebt ein kleine Fischart, die nur in diesen Tümpeln lebt. Wohl ein Überbleibsel aus der Zeit, als der Fluss ganzjährig und viel Wasser geführt hat.
[ngg src=“galleries“ ids=“51″ display=“imagebrowser“]Aufstieg zum Agadir
Einen Tag später ist es dann endlich soweit, wir machen uns auf den Weg. Seitlich des Berges führt ein kleiner schmaler Pfad in Serpentinen zur Festung. Die wird übrigens heute noch von einem Wächter bewacht. Die Festung ist abgeschlossen und wer sie besuchen will muss sich vorher anmelden. Der Wächter geht dann den Weg vom Dorf aus hoch und wartet oben auf die Besucher. Wir brauchen ungefähr 45 Minuten bis zur Festung, der Weg ist steil und daher anspruchsvoll, wir sind ganz schön außer Atem als wir oben ankommen.
[ngg src=“galleries“ ids=“52″ display=“imagebrowser“]Die Festung
Das Teil ist echt beeindruckend, oben auf den Fels gebaut und gesichert. Jede Familie aus Amtoudi hatte dort ihre eigenen Räume. Über die Dächer der Gebäude wurde der Regen aufgefangen und über ein System von Rinnen in die Zisternen geführt. Überall sind die Lagerräume zu erkennen, teilweise konnten die nur über Leitern erreicht werden, alles sehr abenteuerlich.
[ngg src=“galleries“ ids=“53″ display=“imagebrowser“]