Granit Rose in Tafraoute
Wer schon mal die Bretagne in Frankreich bereist hat, wird nun sagen: „Moment mal, Granit Rose ist doch ein Küstenabschnitt in der Bretagne!“. Das ist korrekt, aber hier in Marokko, genau genommen im Anti-Atlas in der Nähe des Ortes Tafraoute gibt es diese Felsformation auch!
Tafraoute liegt in einem Tal auf einer Höhe von rund 1.000 Meter. Es ist umgeben von Bergen, die über 2.000 Meter hoch sind. Unser Campingplatz liegt etwas außerhalb der Stadt und ist von einer kleinen Mauer umgeben. Von hieraus haben wir schon eine geniale Aussicht auf die umliegenden Berge. Besonders der Widerschein der untergehenden Sonne taucht die Berge in wunderbare Farben.
[ngg src=“galleries“ ids=“54″ display=“imagebrowser“]Eine erste kleine Wanderung
Von unserem Platz aus können wir die Felsformationen zu Fuß erreichen. Wir laufen einfach drauf los und schauen uns die Sache von der Nähe an. Immer wieder erinnern wir uns an Trégastel in der Bretagne. Der Ursprung der Felsformationen ist der selbe, es handelt sich um ein intrusives magmatisches Gestein – das Magma kühlt tief im Erdinneren langsam ab, sodass große Kristalle wachsen können. Erosion über die Jahrmillionen haben dann die heutige Form gestaltet. Die weicheren Anteile werden durch die Erosion weggetragen und es bleibt das festere Gestein in dieser abgerundeten Form.
[ngg src=“galleries“ ids=“55″ display=“imagebrowser“]Auf dieser Wanderung laufen wir auch durch ein Berberdorf, in dem noch einige alte Gebäude übrig sind. Von weitem sind diese kaum von den Felsen zu unterscheiden. Klar, weil die das Gestein auch für den Bau der Häuser genutzt haben. An manchen Stellen stehen die Gebäude so nah unter den Felsen, dass man befürchten muss, dass diese in nächster Zeit von den Felsen erschlagen werden könnten.
[ngg src=“galleries“ ids=“60″ display=“imagebrowser“]Erste Mopedtour
Nördlich von Tafraoute liegt ein 2.100 Meter hoher Gebirgszug (das ist der, der von der Abendsonne angestrahlt wird). Den wollen wir umfahren, auf dem Screenshot könnt ihr die Tour und den Gebirgszug gut erkennen.

Der höchste Punkt der Tour liegt bei 1.779 Meter, aber nicht nur das begeistert uns. Wir versuchen euch mit ein paar Bildern an den Eindrücken teilhaben zu lassen.
[ngg src=“galleries“ ids=“56″ display=“imagebrowser“]Zweite Tour: Aoukerda
Aoukerda ist eine Schlucht, die auch als der Grand Canyon von Marokko bezeichnet wird. Wir fahren mit dem Moped Richtung Süden und biegen in eine kleine Straße ein. Die führt uns in ein Tal, dass der Fluss wohl über Millionen Jahre in den roten Fels geschnitten hat. Es ist eine sehr kurvige Strecke durch eine unwirkliche Landschaft. Sie führt uns auch in eine Sackgasse, an deren Ende ein kleines Dorf liegt. Bevor wir es allerdings erreichen, halten wir am „La Fenêtre de la Vie“, dem Fenster des Lebens. Das ist ein fast quadratischer Einschnitt in den Fels. Die Natur hat dort einen schmalen Felsstreifen gebildet, ähnlich einer Haarnadelkurve und der Einschnitt geht komplett durch den Felsstreifen und bildet dadurch ein Fenster. Extrem beeindruckend. Hoffentlich geben unsere Fotos das wieder.
[ngg src=“galleries“ ids=“58″ display=“imagebrowser“]Am Ende der Straße liegt, wie schon erwähnt ein kleines Dorf. Hier stellen wir unser Moped mitten im Ort ab und gehen zu Fuß weiter durch das Flussbett. Hier erwartet uns etwas besonderes, denn hier hat der Fluss einen schmalen Felsstreifen gebildet und die Natur einen Tunnel gegraben, der auf die andere Seite führt. Man kann diesen Tunnel durchwandern, wenn kein Wasser fließt. Wir konnten das nicht, weil der Fluss durch die Regenfälle der letzten Wochen Wasser führt. Wir wandern weiter und sehen auf der anderen Seite wo das Wasser in einem kleinen Wasserfall wieder austritt.
[ngg src=“galleries“ ids=“61″ display=“imagebrowser“]Die blauen Steine
Wie oben schon beschrieben, haben sich in dem Tal von Tafraoute diese skurrilen Felsformationen gebildet. Heute wollen wir eine Wanderung zu den blauen Felsen von Tafraoute machen. Diese sind ein faszinierendes Kunstwerk des belgischen Künstlers Jean Vérame, der 1984 in der Nähe von Tafraoute einige Granitfelsen angemalt hat. Der Weg führt uns durch die Felslandschaft über einen Sattel in eine Ebene. Schon von weitem können wir die farbigen Felsen erkennen. Dort angekommen sind wir stark beeindruckt. die Farbe Blau hat in Marokko besondere Bedeutung. So malen z.B. viele ihre Häuser mit blauer Farbe an, weil das die Häuser (im spirtuellen Sinn) schützen soll. Übrigens kann man die Steine in Google Maps mit der Satelliten-Ebene aus dem Weltall sehen.
[ngg src=“galleries“ ids=“57″ display=“imagebrowser“]Wieder haben wir einen faszinierenden Ort in Marokko erlebt und sind begeistert.